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Die Lebensgeschichte unseres Clubschiffs „Vater Rhein“

Zweiter Abschnitt SK "Demerag 35"

    • Tatsächlich aber hatte die Firma Carl Presser (gegründet 1907 als Spedition) auch 2 Reedereien, nämlich die Bavaria, gegründet 1912 und heute noch existent, und die Demerag, die Donau-Rhein-Main-Schiffahrtsgesellschaft AG, die 1917 aus der Donau-Main-Schiffahrts GmbH hervorging, die den Verkehr auf dem Ludwigskanal (Vorgänger des Rhein-Main-Donau-Kanals) abwickelte.
    • Der Schleppkahn wurde aus dem Schrott neu aufgebaut und sehr schnell als "Demerag 35" wieder in den Verkehr gebracht (ohne Wissen der Familie Kussel....)
    • Die neuen Schiffspapiere sind datiert vom Oktober 1935. Das Schiff war also wenige Monate später bereits wieder im Dienst.
    • In diesem Jahr wurde auch die Kettenschifffahrt auf dem Neckar eingestellt und das Schiff fuhr nun mehr auf Rhein und Main, zumal die Firma Demerag ihren Sitz in Nürnberg hatte.
    • Auch während des Krieges ist das Schiff wohl gefahren. Die letzten Lebensmittelkarten – Nachweise stammen zwar vom Dezember 1939, aber 1942 wurde ein Schiffs-Klassifikations-Attest ausgestellt.
    • Der nächste Hinweis stammt aus der Schiffszählung der 4 Besatzungsmächte vom Aug 1946. Anscheinend wurde es im Hafen von St.Goar unbeschädigt aufgefunden.
  • Angeblich mit einem großen Hühnerstall an Bord, der zur Versorgung der Bevölkerung diente...
    • Von den 12 Schleppkähnen, die die Firma Demerag vor dem Krieg hatte, blieben 4 unbeschädigt – die Demerag 35 gehörte wohl mit dazu.
    • Es wurde sehr schnell wieder in Dienst gestellt, denn bereits im April/Mai 1947 erfolgte ein Eintrag im Schiffsattest.
  • Der nächste Eintrag stammt vom Feb 1950, der eine größere Besatzung vorschreibt.
  • Vom Aug. 1950 stammt die Schiffsbeschreibung in Holländisch.
  • Ein Jahr später im Aug. 1951 wurde eine Abgabenbefreiung ausgestellt
    • Diese Punkte beweisen, dass das Schiff schon wieder im Internationalen (Rhein-) Verkehr eingesetzt war.
    • Folgerichtig wurde im Oktober 1952 ein Zollverschlussbuch eingerichtet
    • Der dort hinterlegte Schiffer Josef Liebler konnte nicht mehr ausfindig gemacht werden.
    • Im April 1953 wurde das Schiff in Würzburg neu vermessen und erhielt dann (erneut) das Tauglichkeits – Attest für den Rhein
    • 1954 wurde dann das Schiff vom Schiffer Reinhold Spielmann übernommen, den wir aufgrund seiner Unterschrift im Zollverschlussbuch als 80-jährigen in Dorfprozelten ausfindig gemacht haben.
    • Das Schiff fuhr (nach seinen Erzählungen) auf der Strecke Duisburg – Würzburg bzw. Bamberg hauptsächlich Waschmittel, Mehl und Hühnerfutter.....
  • Eine Anweisung der Berufsgenossenschaftfür die Handhabung von "Extrahiertem Schrot in Schiffsladungen" vom Dez. 1956 bekräftigt dies.
    • 1956 ist das Schiff im Internationalen Rheinschiff – Register sowohl als Schiff als auch innerhalb der Demerag – Flotte aufgeführt.
    • 1957 wurde mal wieder ein neues Schiffsattest und Schiffzeugnis erstellt. Wie jedes Mal mit (geringfügig) veränderten Maßen und Gewichten.
    • Begleitend zu den neuen Papieren wurden Schiffsbeschreibungen in deutsch, französisch und holländisch erstellt. Damit konnte die Fahrt auf dem ganzen Rhein abgedeckt werden.
    • Auch wurde 1957 das Zollverschlussbuch verlängert mit einer Gültigkeit bis Juni 1967
    • Aber bereits 1964 wurde das Schiff stillgelegt und diente (zusammen mit 5 weiteren) im Hafen Würzburg als schwimmendes Lager, betreut von seinem Schiffer Reinhold Spielmann.
    • Die Firma Carl Presser, Inhaber der Firma Demerag, erbaute Ende der 60er Jahre zusammen mit Schickedanz (Firma Quelle) in Nürnberg-Fürth die größte und modernste Güterumschlagsanlage Europas. Leider kam dadurch Presser in Geldschwierigkeiten.
  • Dadurch bedingt wurden Teile der Firma Demerag verkauft, vorrangig die Schleppkähne, da deren Ära sowieso zu Ende ging. Die Schleppschiffe wurden durch moderne Motorschiffe abgelöst.
  • Verkauft wurde auch die Demerag 35 – an den MBC Karlsruhe.
    • 1971 wurde die Firma Carl Presser komplett einschließlich des Inventars der Firma Demerag an die Reederei Haniel verkauft.
    • Lediglich die Bavaria verblieb bei der Familie Presser bzw. deren Nachkommen Presser-Velder.
    • Der noch vorhandene Firmenmantel Demerag wurde 1977 in die Presser-Velder-Schiffahrts KG als Holding umgewandelt.